Okt 18 2007
Wir müssen hier raus
Gelandent, Gepäck geholt, gekringelt bei den Sicherheitsvorkehrungen des Chennaier Flughafens, die wohl nur als Farce für die wenigen Touristen gedacht sind, raus an die frische Luft.
Erstma wunderten wir uns warum denn gar keine Abholer im Flughafen sind, kamen wir dann ziemlich schnell drauf, die sind alle draussen. Der Flughafen hat pi*Daumen die Größe von 3 aneinandergereihten Turnhalle und kann die schier unendliche Masse, selbst Nachts, der wartenden Abholer nicht aufnehmen.
Wir mussten auch irgendwann raus und kamen uns dabei kurz vor wie auf einem roten Teppich, bei jedem Schritt sind 800*2 Augen auf einen gerichtet und verschlingen jede Bewegung und Geste. Und da gab es bei uns einige zu sehen. Gegen unsere Erwartung an die frische Luft zu kommen wurde die indische Art mit der Umwelt umzugehen gesetzt. Die Luft, kaum als solche bezeichenbar, wenn man vorraussetzt das in Luft zumindest ein kleiner Teil Sauerstoff rein gehört, war kaum Atembar: 30°C, Luftfeuchtigkeit 95%, verbranntes Öl mit Diesel Gemisch der 2 Takt Diesel Rikscha’s, Essensstände die das Feuer zum zubereiten ihrer Speisen mit allem was so rumlag am Leben erhielten und dann noch ein Hauch von dem Gewürz in Indien, Masala. Masala kannten wir noch nicht konnten aber ahnen das dieser Duft noch eine große Rolle in unserer Indien Kariere spielen wird.
Nach 5 Minuten hilflosen rumstehens, kam ein Indier zielstrebig auf uns zu gelaufen. In anbetracht der Tatsache das wir erstens 3 und zweitens viel größer als er waren, dachten wir auch nicht das er uns Überfallen mochte, damit lagen wir richtig, er wollte uns überführen. Am Anfang nicht ganz klar, aber durch ständige Handzeichen und sich wiederholendem “Come, Come”’s nach einer Zeit zu verstehen. Vorbei an den wartenden Indern über den Parkplatz zum Auto. Ist gar nicht so einfach wenn man mit seinem Gepäcktrolly versucht die obdachlos auf dem Parkplatz schlafenden Inder nicht zu überfahren. Die ham nichteinmal Decken, wodurch sie mit dem Asphalt im Dunkeln quasi verschmelzen. Nur ab und an ein helles Hemd oder eine bunte Hose ermöglichten das darauf schließen dass gleich wieder ein Inder im Weg liegt.
Beim warten das dass Gepäck ins Auto geräumt wird, selber durften wir das nicht, da fühlte sich der Herr Abholer in seinem Arbeitsethos verletzt, kame auch die ersten Moskito’s. Beinah panisch, man weiß ja gegen was man geimpft ist aber da könnte ja noch einiges mehr Unterwegs sein, kam der große Gedanke: bloß nicht Stechen lassen. Meine ruhe bis ich im Auto saß war passe. Aber irgendwann war das Gepäck inklusive uns im Auto, die Moskitos die mit uns fahren wollten erschlagen, VIT wir kommen. Noch mit dem Werbevideo welches wir kurz vor der Abreise sahen und den nur positiven Erzählungen unserer Auslandsreferentin im Kopf fuhren wir los.
