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Dez 23 2007

- Am Anfag war das Wasser –

Published by indiasei under Indien, VIT

Was tun wenn man dem Wasser aus der Leitung kein tropfen vertrauen entgegenbringt. Nicht Duschen, keine Handwaschen nach dem Klobesuch, Zähneputzen nur mit gekauft Wasser? Oder das auf dem Flur, in großen Abfüllstationen, bereitgestellte aufbereitete Trinkwasser dazu misbrauchen?
Das Weglassen diverser Körperhyginischen notwendigkeiten fällt während dem Reisen im Land bestimmt nicht weiter auf, bei einem Campusleben, das einem eigenem kleinen Kosmos angehört, hingegen doch.
Davon abgesehen mag ich meine Rituale zur reinigung des Körpers, das Duschen genauso wie das Händewaschen, nach und vor dem Klo besuch. An sensiblen Tagen verrutscht manch ein alltäglich routiniert kurzer Moment des Händewaschens in den genuss einer mehrminütigen Massage für selbige. Verdienterweise. Aber nicht mit diesem Wasser hier.
Ließt man doch in jedem Reiseführer bloß kein Wasser aus der Leitung zu trinken, da dort ungeahnte Bakterien, Würmer oder messerstechende Mörder lauern könnten welche man nicht Trinken mag. Ich allerdings mag diese auch nicht auf meiner Haut, was meine Situation nicht erleichtert. Immerhin soll das VIT eine ernstgemeinte eigene Wasserversorgung nach europäischem Standard besitzen und man kann unbesorgt das kühle Nass (warmes Wasser gibt es nur wenn die Sonne, 4 Stunden vorher, auf die Rohre scheint) über seine Haut plätschern lassen. Aber weshalb dann die Stationen mit dem aufbereitetem Trinkwasser auf jedem Stockwerk? Skepsis kommt auf bei der verfolgung des Gedankens.
Nach treffen von Studenten die mehrere Jahre VIT hinter sich haben und ohne Bakteriell bedingte Hautentstellungen noch am Leben sind, gab ich dem Duschen hier eine Chance. Zum glück traf ich diese Studenten recht früh nach meiner Ankunft. Es stellte sich nach mehrmaligen stressgeplagten Duschen herraus das es angenehm ist gegen die Hitze und dazu keine Krankheiten aus der Duschbrause auf mich niederregnen. Mittlerweile bin ich soweit das ich nach dem Zähneputzen mein Mund mit Leitungswasser ausspüle, meine Hände ohne nachzudenken Wasche und unter der Dusche meinen Mund mit Wasser volllaufen lasse um es dann ohne tiefere Bedeutung in einem Bogen ausspucke.
Mit dem heutigen Tag erlitt mein Sieg über die Angst vor dem Wasser ein heftigen Rückschlag.
Beim morgendlichen meditieren, im sicheren Abstand vor der laufenden Dusche, bedenkt das Wasser ist kalt und morgens, Betttemperiert, unter kaltem Wasser zu Duschen erfordert eine gewisse Zeit, sah ich dem Wasser zu wie es aus dem Duschkopf herraus, an mir vorbei, auf des Bades hell gefließt Boden fiel. Das tolle an dem hellen Boden ist das dunklere Objekte, seien es Schamhaare oder ein aus dem Duschkopf fallender lebender Wurm sofort hervorstechen.
Vorbei ist das sorglose Duschen, keine bedeutungslosen Wasserbögen mehr, meine Lippen werden beim Duschen wie Schieferplatten aufeinander liegen, Leutungswasser nach dem Zähneputzen nur noch durch vorheriges Abfüllen in ein Glas genutzt, Haare werden nach dem Duschen gekämmt, nicht das sich ein Wurm in meinem Kopf einnisted.
Die Abfüllstationen für aufbereitetes Trinkwasser sind nun einfacher erklärbar. Das mit den europäischen Standards bei der Wasserversorgung war wohl doch nicht so ernst gemeint.

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